GORDIGEAR

Mit 8 Defendern durch Rumänien (mit Schlafen am Dach)!
Gordigear-Dachzelt-Test

Wie ja euch teilweise bekannt sind wir vor kurzem von einer sensationellen Offroadfahrerei und Expedition nach Rumänien zurückgekehrt! Von Raoul und Julian organisiert, versammelte sich das Team nachmittags in Nickelsdorf an der Tanke, um anschließend die 5 stunden Transfer nach Rumänien bei Nacht zu bestreiten. Nach einer zwischenfalllosen Fahrt wurde in Finsternis auf einer rauhreifigen Wiese geparkt, ausgestiegen, festgestellt dass es arschkalt ist, sofortigst umadjustiert, ein alter Baum bestiegen, um den riesigen dürren Wipfel abzubrechen und damit ordentlich Feuer gemacht, damit einem das Ankunftsbier nicht aus den klammen Fingern fällt!
Ich, bei sowas das erste mal mit, begann dann mit Beifahrer Uwe das neue Gordigear Dachzelt aufzubauen, was uns auch ohne weiteres in kürzester Zeit gelang. Das Zelt war zur Erprobung im Gelände und zu Testzwecken mit dabei. Aber dazu gleich! Nach einigen Bieren bezog Uwe sein Lager im Landy und ich kletterte ins Zelt, um dort auf 140 x 230 cm ausgebreitet, sehr erholsamen Schlaf zu finden!

Exkurs:
Ich stieß auf Gordigear über ein Youtube Video, das die Vorzüge dieses australischen Expeditionsdachzelts erklärt. Interessant erschien mir die Kombination des ausgereiften Produkts mit der von Gordigear betriebenen Direktvermarktung ab Hersteller, was sich erfreulich im Preis niederschlägt. Das Zelt ist deutlich günstiger als andere vergleichbare Hochqualitäts Dachzelte.
So kostet das von uns getestete 140 cm breite Gordigear Dachzelt nur 1090 Euro, Das Vorzelt dazu nur 310 Euro.
Bei anderen Herstellern muss man bei der Kombination gleich mal noch 500 Euro dazulegen. Natürlich gibt’s auch noch günstigere Zelte, aber das ist dann die klassische Chinaware und das geht auf Kosten der Qualität und Lebensdauer! Wir fanden das Dachzelt von Gordigear, auf das es 2 Jahre Garantie gibt, sehr gut gearbeitet und durchdacht.

Zu den Fakten: Beim (Neu)"Discoverer" PLUS ist der Eingangsbereich überdacht und ein Vorzelt kann angezippt werden. Die 140cm Variante (165 cm gibt’s auch) bietet mehr als ausreichend Platz für zwei Erwachsene auf einer 80mm verdichteten Schaumstoffmatratze. Die Plane ist aus hochwertiger, atmungsaktiver, wasserdichter und schimmelresistenter Ripstop Polyester-Baumwollmischung mit hervorragenden Wasserabweisungseigenschaften (10000mm Wassersäule). Alle Nähte sind getapt und doppelt ausgeführt mit Amann Qualitäts-Garn und die Zipps sind von YKK. Alles in allem macht das Teil einen sehr robusten und hochwertigen Eindruck.

Wir haben das Zelt so montiert, dass der Einstieg über der Hecktür des Landys liegt. Seitlich ginge auch allerdings erschien uns die Möglichkeit mit dem Vorzelt den Zeltinnenraum und den Innenraum des Autos zusammenzuschließen als sinnvoll! Bei Wind und Wetter bewährt sich das sicher! Man kann die Leiter hochschieben und wegklappen und wohnt dann unten, kann dort im Vorzelt sitzen und kochen und oben schlafen! Wie zu Hause!
Die Bodenplatte des Zelts ist eine gut isolierende und beständige Aluminiumleichtbau-Sandwichkonstruktion.
Alle Fenster sind mit superengmaschigen Moskitonetzes versehen. Wer in Australien war weis warum! Da bleib alles Gevieche draußen! Alle Eingänge und Fenster haben eine Abdeckung gegen Licht bzw Wind und diese Netze. 2 Lüftungsöffnungen und 2 Kabeldurchführungsklappen gibt’s auch! Da ginge auch eine Standheizungsschlauch durch! Dazu auch noch eine Außenabdeckung und ein Vordach, das man mit Federstahlbügel ganz einfach abspannen kann! Auf einem hohen Landrover geht das am besten von innen! Bei Regen oder wenn man eilig schlafen will kann man sich das auch sparen!
Ein erhöhtes Überzelt sorgt für Schatten und Luftzirkulation um bei Sonne den Schlafbereich zu kühlen. Das Zeltdesign ermöglicht Verstauung des Bettzeugs bzw. der Schlafsäcke im zusammengefalteten Zustand, die Schlafmatratze hat einen abnehmbarem Bezug und ist rundum mit einem PVC Matratzen-Protektor gegen Wasser geschützt.
Als nützliches Detail sorgen vier Ablagefächer für Ordnung im Zelt und 4 Gummibänder unterstützen das Zusammenfalten der Zeltseitenwände. 2 Haltegurte erleichtern Ein- und Ausstieg über die erweiterbare Teleskopleiter deren flache Sprossen auch barfuß bestiegen werden können!
Das universelles Befestigungssystem ist leicht an alle Dachträger adaptierbar, bei der Montage am Außenkäfig des Landys waren nur die Schrauben zu kurz, aber die gibt’s beim Baumarkt. Überraschend war dass die Reiseabdeckung sämtliche Wald- ,Dornen- und Astdurchfahrten so problemlos ausgehalten hat. Sie ist aus einer strapazierfähigen 1000D PVC - Plane und ein Reißverschluss schützt den Inhalt vor Regen und Staub. Einziges Manko: die Gurte der Plane sind dick und robust und mit Klettverschluss benäht. Der Doppel D-ring Verschluss ist recht schwer aufzukriegen und ließe sich leicht durch 2 Fastexschnallen ersetzen. Die gibt’s notfalls auch beim Baumarkt.
Alles in allem habe ich beim Campen noch nie so gut geschlafen wie diesmal! Ja zugegeben, es wurde abends viel gefeiert und man war allgemein bettschwer, aber dann ist ja erholsamer Schlaf besonders nötig....;))
Die Bedenken dass Aufbau und Abbau kompliziert wären oder zu lange dauern könne wir zerstreuen. Schlafbereit ist das Zelt in ca. 5 minuten und mit allen Abspannungen dauerts vielleicht noch 3 Minuten länger. Der zusätzliche Komfort durch mehr Platz, bessere Matratze und das angenehme Gefühl „oben“ zu schlafen bringt echte Erholung!

Am nächsten Morgen gings dann also weiter. Stahlendes Wetter, ham and eggs und ein ziemlich gemeiner typisch rumänischer „V-graben“ mit anschließender übler Schrägfahrt als erste morgendliche Sonderprüfung. Gott sei dank vertragen die Autos, ohne oder auch mit schwerpunktveränderndem Dachzelt, viel mehr als der Fahrer. Bei mir war also zuweilen der Gleichgewichtsnerv gespannt, obwohl anscheinend noch mehr gegangen wäre. Aber an diese neue Art der Gelassenheit muss man sich eben langsam ranpirschen. Es folgen herrliche Dreckpassagen und eine Auffahrt auf eine Hochalm mit Schafen und freundlichen Hütehunden auf der frühabends gecampt, hervorragend gekocht und das Lagerfeuer bei dem ein oder andern Gin Tonic genossen wird.
Die Nacht ist kalt. Dicker Raureif zu Dudelsackklängen aus Raouls Autoanlage zum Sunrise am nächsten morgen! Für diese Stimmungen lebt man! Wieder unfassbares Wetter. Keine Wolke und Idealbedingungen.
Dreckige Auffahrt mit allgemeiner Windenaktion. Picnic am Fluss. Mit Reinspringen für die Harten. Kalt! Nein saukalt! Rumänische Bauernhöfe, Schafe und eine Walddurchfahrt durch ein Gebiet mit Holzarbeiten und Baumstöcken. Wir spielen ein Lied auf der mitgebrachten Motorsäge. Ohne der wären wir wohl immer noch irgendwo im Wald Rumäniens! Es werden Stöcke gekürzt und Stauden geschnitten, damit man besser Anlauf nehmen kann. Eine Auffahrt, die es in sich hat. Überall Bäume und Felsstufen. Find your own track.... Die Landys brüllen und der Dreck fliegt. Männerträume.... es ist schon dunkel als wir nach einem zugewachsenen, dornigen Hohlweg, der dem Dachzelt eigentlich hätte zusetzen müssen auf einer kleinen Kuppe nächtigen!
Am nächsten Tag teilt sich die Gruppe... 2 Autos erkunden die Gegend, die Dörfer und einen Stausee und der Rest stellt fest, dass nicht alle Wege dorthin führen, wo man hinwill! Man trifft sich trotzdem nachmittags an einer Kreuzung irgendwo bei Remeti und findet kurz darauf einen sensationellen Lagerplatz auf einer Hochebene mit entsprechender Aussicht. Feuerholz und Äste ohne Ende, sternklarer Himmel und ein Steak mit Kapern-weinsauce! Das Leben ist gut zu uns. Es folgt ein sensationeller Abend als Ausklang dieser herrlichen 3 Tage ohne Emails, wenig Handy Empfang und voller Action. Danke Raoul und Julian! Rumänien, wir kommen wieder!